Ein-Führung

(Die Einleitung der Studie, oder gehen Sie hier zur Leseprobe)

 

„Man muss aus seinem Unternehmen den aufregendsten Ort der Welt machen.“ Jack Welch

 

In der ganzen Vielfalt der möglichen Strategien, die schier erschlagend ist, sagt Ihnen kaum jemand, wie Sie Methoden und Werkzeuge anwenden sollen oder welche Prinzipien Sie bei der Umsetzung berücksichtigen müssen, um zu Ihren ganz persönlichen Zielen zu kommen. Selbst die erfolgreichen Unternehmer reden nicht gerne über die Prinzipien und Quellen ihres Erfolges.
Wer Anfang der Neunziger für 100 Euro einige ganz profane Namen als Internetdomain für sich registrieren ließ, wäre heute Multimilliardär. War dies ein einmaliger Zeitpunkt für Erfolg für Eingeweihte?

Gibt es heute noch solche Chancen und was können wir dazu tun um solche Chancen zu nutzen? Gibt es eine neue Gattung an UnternehmerInnen?

Sie finden jedoch in diesem Buch keine Spekulation über Glückssysteme, sondern die Ergebnisse neuester Forschung und der praktischen Erfahrung hunderter Unternehmer. Darunter die Erkenntnisse und gelebten Prinzipien der erfolgreichsten Pioniere, Entrepreneure und Firmenlenker der letzten 100 Jahre sowie der neuen erfolgreichen Business Punks und Startups des 21. Jahrhunderts.

Normalerweise geht es einem startenden Unternehmer in etwa so wie einer Schwangeren. Niemand hat ihr beigebracht Mutter zu sein, sie ist es plötzlich und muss nun allen Anforderungen an die Ernährung und Pflege des Kindes gerecht werden. Dies gilt auch für UnternehmerInnen, die mit einer frisch entbundenen Idee in die Fürsorge eines Unternehmens eintreten. Im Gegensatz zur Mutter, die ein Urinstinkt zum richtigen Handeln bewegt, gibt es diesen Urinstinkt für Unternehmer nur in unkultivierter Form. 80% der scheiternden Unternehmen verhungern finanziell wegen unzulänglicher Fürsorge.

Jeder Mensch agiert auf seine Weise mit seiner Umwelt ohne viel darüber nach zu denken. In manchen Bereichen regelt sich das Verhalten durch kulturell bedingte Tabus. Doch immer zählt, nur was gut aussieht, ist für uns attraktiv und rückt ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Für ein Unternehmen ist es deshalb die oberste Pflicht, als Attraktion zu erscheinen. Doch der Anspruch ist größer und steigt inzwischen weiter.

Nur was bestens, beinahe perfekt auftritt, bekommt Aufmerksamkeit. Doch der nächste entscheidende Einfluss auf eine Akzeptanz ist, „wie“ diese Attraktion „rüber“ gebracht wird. 
Ein Unternehmen muss mit seinen Attraktionen nicht nur buhlen, sondern die kulturellen Tabus berücksichtigen und sich trotzdem bestmöglich darstellen. Es muss alle Kräfte zusammen nehmen, damit wir als Kunden die Attraktion überhaupt bemerken und unsere Aufmerksamkeit ihm widmen.

Ist Attraktion deshalb die Grundlage für Erfolg? Alle Managementlehre oder Betriebswirtschaftlehre ist letztlich darauf ausgerichtet uns zu einem wirtschaftlichen Erfolg zu verhelfen. Steht dieses Ziel nicht am Ende eines jeden Lernprozesses fest, kann von verschwendeten Ressourcen gesprochen werden. 
Viele große Denker, betriebswissenschaftliche Professoren und Unternehmensberater haben sich mit den Mechanismen des Erfolges beschäftigt und der Begriff steht ganz oben im Googleranking. Doch niemand weiß letztlich, wie er tatsächlich zustande kommt.

  • Was sind die Zutaten?
  • Sind es die Attraktionen?
  • Das Gesetz der Anziehung?
  • Eine gute Handhabung der betriebswirtschaftlichen Abläufe?
  • Die attraktive Außenwirkung von Mitarbeitern und Werbung?
  • Eine ganzheitliche visuelle Identität, corporate idendity genannt? Oder sind es die profanen Geschäftsgebaren im Service?

Neuere Forschungen bescheinigen, dass es in all diesen und noch vielen anderen Bereichen beinahe absolut stimmen muss, um überhaupt eine Grundlage für den Erfolg zu haben.

Trotzdem gibt es Unternehmen die fast alles richtig machen und keinen Erfolg haben. Warum kann ein Biergarten in einer Kleinstadt mit 13000 Seelen, Leinfelden bei Stuttgart, einen ganzen Sommer lang jeden Tag bis zu 2000 Besucher haben. Derselbe Versuch 10 Kilometer weiter mit ähnlichem Konzept und hoch motivierten Team scheitert kläglich. Menschen nehmen einen Strafzettel in Kauf nehmen und rechnen die Kosten dafür ins monatliche Budget ein, nur um sich in einem bestimmten Szenelokal gegenseitig auf den Füßen zu stehen. Der gestylte schicke Laden zwei Häuser weiter, eventuell sogar mit günstigeren Getränken, bleibt hingegen leer.

Warum ist ein Produkt plötzlich ein Renner, wohingegen andere, welche genauso gut erscheinen, in den Ladenregalen übersehen werden. Wir kennen Produkte, welche im Frühjahr vor lauter Nachfrage kaum nachproduziert werden konnten und im Herbst wollte sie keiner mehr haben. 
In diesem Buch fliesen 35 Jahre Beobachtung und Forschung von Produktzyklen, Unternehmen und Entrepreneure ein. Rund um die Welt existieren viele Projekte die nachweislichen langanhaltenden Erfolg haben. Fast immer stecken außergewöhnliche Menschen dahinter. In den letzten 10 Jahren wurden diese erfolgreichen Unternehmer durchleuchtet und in Studien erfasst und ihre Prinzipien analysiert. Was gefunden wurde deckt sich in beinahe allen seriösen Studien zu diesem Thema und trotzdem entziehen sich viele Prinzipien und Handlungsweisen weiterhin der Forschung. Dazu kommt, dass nur wenige der wichtigen Studien von praktizierenden Unternehmern erarbeitet oder an realen Personen der Wirtschaft durchgeführt wurden.

Nur wenige der erfolgreichen Unternehmer scheinen bereit zu sein, die Geheimnisse ihres Erfolges veröffentlicht zu sehen. Sieht man jedoch genauer hin, vergleicht, sucht die Zusammenhänge und nimmt die Ergebnisse der neuesten Entrepreneurforschung hinzu, kommt man trotzdem zu erstaunlichen Ergebnissen.

Das erste, Erfolg ist nicht unbedingt nur wirtschaftlicher Erfolg, sondern zieht sich durch viele Bereiche einer Unternehmung und den leitenden Personen hindurch. Er Ist also im Grunde bei den Erfolgreichsten immer ein ganzheitlicher Erfolg.

Zweitens ist dieses erfolgreiche Handeln bis zu einem großen Teil nachvollziehbar und lässt sich in nachvollziehbare, handhabbare Prinzipien formulieren.

Die dritte Erkenntnis ist, dass der neue Unternehmer nicht eine neue Gattung Mensch ist oder eine neue Wertebasis als Grundlage geschaffen hat. Es gleicht eher einer Wiedergeburt bewährter Werte in einem neuen Mantel.

Der Unternehmer im 21. Jahrhundert ist vor allem ein Integrator. Mehr als jemals zuvor ist er ein teamorientierter Pionier. Er weiß, dass Erfolg in Abhängigkeit steht zu vielen Parametern und deshalb wird er auch die Prinzipien des Erfolges weitgehend ganzheitlich einsetzen.
In der Wissenschaft gilt ein Nachweis einer Methode als erbracht, wenn der methodische Versuch zu jeder Zeit mit denselben Bedingungen mit denselben Ergebnissen wiederholt werden kann. Bei den ganzheitlichen Erfolgsprinzipien ist das ähnlich, allerding um ein vielfaches sensibler, als zum Beispiel beim Versuch mit chemischen Mischungen. Trotzdem ist es eine Art Chemie, eine Mixtur die alles beinhaltet, was Erfolg fördert. Die Ganzheit aller Zutaten, welche letztendlich in der Summe die entsprechenden Erfolgs-Ergebnisse hervor bringt. - Kann man das garantieren? Nein, aber eine 90% Wahrscheinlichkeit kann schon als Grund reichen den Versuch zu wagen. Das sind die neuen iBusinessmans!

Die UnternehmerInnen des 21 Jahrhunderts betreiben ein integratives holistisches Unternehmertum. Holismus ist die Lehre von den Strukturbeziehungen einzelner Teile in einem Ganzen. Alle Bereiche eines Unternehmens wirken zusammen zu einem Ganzen. Hier treffen wir nun auf eine bekannte Unbekannte.

Erfolg ist mehr als die Summe der Einzelteile. Wie das Ganze zu mehr als den addierten Eigenschaften der Einzelteile werden kann, entzieht sich all unseren bisherigen menschlichen Forschungsbemühungen. Warum die Summe aller Einzelteile als Erfolg herauskommt, kann niemand restlos erklären. Diesen Unsicherheitsfaktor nennt man Emergenz. Anders herum gesagt, könnte man die Emergenz in Griff bekommen, wüsste man, wie Erfolg mechanisch funktioniert. Viele Unternehmer und Fachleute setzen dafür den Segen einer höheren Macht oder das Quäntchen Glück ein. Das richtige Angebot zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Doch in einem sind sich alle einig: Zuerst müssen die Grundlagen für ein ganzheitlich ausgerichtetes Konzept stimmen.

Werden Sie in diesem Buch eine Antwort finden, wie Erfolg funktioniert? Dies zu 100% zu bejahen wäre Scharlatanerie. Die Emergenz verbietet eine restlose Erklärung, aber wir können die 90% hinreichend durchleuchten, die Prinzipien erfolgreicher Menschen und Unternehmungen erforschen und daraus Grundlagen und Konzepte schaffen für einen Nährboden für Erfolg. 
Ganzheitlicher Erfolg ist nicht nur möglich, sondern bis zu 90% steuerbar, wenn alle Teile in diesem holistischen System, die Richtigen sind, effizient zusammenarbeiten und am richtigen Ort sind. Deshalb ist ein erfolgreiches Unternehmen immer ein ganzheitliches Projekt. Die Erfolgsfaktoren müssen in allen Bereichen des geschäftlichen Zusammenwirkens in jedes einzelne Detail bewusst gepflanzt werden. So haben ganzheitlich ausgerichtete Erfolgsprinzipien das Potential, zu 90% immer und überall zu funktionieren. 
Der wichtigste Ansatz dabei ist, es geht nicht darum, ein perfekter Unternehmer zu werden, sondern ein „ganzheitlich wirksamer“. Diese Wirksamkeit ist auf lange Sicht immer erfolgreicher. Dazu ist, zugegebenermaßen grob gesehen, nicht mehr nötig als eine solide Grundlage aus folgenden Faktoren:

  • Ein exzellenter ganzheitlicher Führungsstil.
  • Eine direkte pragmatische Organisationsführung
  • Die Echtzeit-Anwendung bewährter Prinzipien, abgeleitet aus allgemeingültigen Werten.
  • Erfolgsfördernde Umstände

Unternehmen, die von Persönlichkeiten geleitet werden, welche diese Faktoren nicht nur erkannt haben, sondern sich akribisch damit beschäftigen, erfahren die Genugtuung, dass sie die wahre Grundlage für Erfolg entdeckt haben.
Fredmund Malik ist ein österreichischer Professor mit dem Schwerpunkt Unternehmensführungslehre und einer der weltweit gefragtesten Wirtschaftswissenschaftler. Er lehrte viele Jahre an der Universität St. Gallen, hat ein eigenes Unternehmen, das Malik Management Zentrum St. Gallen AG, und ist Jurymitglied der „Top 100“ . Von einer solchen Koryphäe erwartet man geradezu komplizierte Modelle, doch er teilt in einem seiner neueren Bücher die Faktoren, mit denen wir uns vornehmlich auseinander setzen müssen, in drei einfache Bereiche:

Führen, Leisten, Leben .

Genau für diese drei Bereiche brauchen Sie das beste Rüstzeug, die besten Vorbilder und die besten Hilfestellungen. In diesem Buch können Sie von den Besten der Besten auf dem jeweiligen Gebiet in diesen drei Bereichen lernen. Sie erfahren wie die Erfolgreichsten denken und handeln, welche Werkzeuge sie einsetzen und welche Managementmethoden sich in der Praxis bewährt haben. Vergessen Sie alles über theoretisches Management. Der Erfolg ist der einzige Nachweis einer Theorie. In der Summe sind es nicht viele Methoden oder Prinzipien, aber es sind die nachweislich Richtigen, wenn Sie sich mit der faszinierenden Welt der Erfolgsfaktoren beschäftigen wollen. Dieses Buch kann für Sie der Schlüsselbund sein, die richtigen Türen zu öffnen.

 

, Ex-CEO von General Electric aus: Wirtschaftswoche, Nr. 51 vom 13.12.2001

Die „Top 100" ist eine Initiative von Campamedia und zahlreichen Prominenten Wirtschaftslenkern, jeder kann sich auf der Webseite www.top100.de bewerben. Ausgezeichnet werden die innovativsten Ideen und Unternehmen im deutschen Mittelstand. Der wichtigste Mentor ist Lothar Späth. Die Jury ist hochkarätig besetzt von Fredmund Malik, Roland Berger, Prof. Dr. Utz Claassen, Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Mario Ohoven, Prof. Dr. Dr. August-Wilhelm Scheer, Dr. Ingrid Voigt, Prof. Dr. Heinrich von Pierer und einigen anderen. Mit ihrem, vor allem praktischen, Expertenwissen entscheidet sie, welches Unternehmen „Innovator des Jahres" wird.

Fredmund Malik, Führen, Leisten, Leben: Wirksames Management für eine neue Zeit, Campus Verlag; Auflage: 1 (9. Oktober 2006)